EGON vom Salvenblick FCI

24.08.2020

Am 23.08.2020 fand in der Schweiz, genauer in Aesch (Kanton Zürich), ausgerichtet von der Sektion "Jagdglich geführte Dackel - JGD", die Schweißprüfung, 500m TKJ statt. EGON konnte mit seinem Besitzer und Führer, Kevin Marte, diese, sehr jagdnahe Prüfung als Gruppenbester bestehen. Angetreten sind zwei Gruppen, á fünf Hunde. Noch zur Erklärung: Bevor man in der Schweiz die 1000m Schweißprüfung antreten darf, muss man zuvor die 500m Schweißprüfung bestehen. Es ist quasi wie eine "Vorprüfung" zur "hauptsächlichen Schweißprüfung".

Ich bin sehr stolz auf das Gespann EGON und Kevin und sende auch von hieraus nochmal ganz herzliche Glückwünsche und Waidmannsheil nach Liechtenstein! Hier ein ausführlicher und toller Bericht des Besitzer und Führers von EGON, Kevin Marte:

"Wir sind in aller früh losgefahren und trafen und um 7:30 Uhr in Zürich zur Prüfung.

Das Los entschied, dass ich einmal wieder als erster kit EGON an den Start durfte.

Dieses hat sich auf meine Nerven nicht wirklich positiv ausgewirkt^^

Am Start, hat mir der Richter den Anschuss gezeigt und mir die Fluchtrichtung beschrieben.

Ich bedanke mich für diesen Beschrieb und informierte ihn, dass ich nun selber noch den Anschuss untersuchen wolle.

Ich untersuchte folglich den Anschuss und melde dem Richter das gefundene:

Schnitthaar vom Rehwild und Punkt.

Daraufhin meldete ich, dass ich nun meinen Schweissdackel EGON auf die Fährte setzte und anschliessend versuchen werde das beschossene Stück zu finden.

-Ich machte EGON mit meiner Stimmlage und der Schweisshalsung heiss und setzte ihn auf den Anschuss.

Es ging keine Minuten und er zeigte mir sicher die Fluchtrichtung an.

Den Wind im Rücken suchten wir los.

Schon nach ca. 60 m suche kamen wir in einem Jungflug auf frische Rehlager, diese erhitzen gleich das Interesse von EGON, ein alt bekanntes Spiel bei EGON, er ist sehr scharf und auf Warmfährten.

Dies zeigt er aber auch an seinem Verhalten (Rude wedelt stark und der Zug in dem Riemen ist überdurchschnittlich stark).

Ich gab EGON mit tiefer, bestimmender Stimme zu verstehen, dass dies nicht unser Ziel ist und er korrigierte sich rasch wieder auf die Wundfährte.

Nach diesen Verleitfährten arbeite er ca. 200m vorbildlich mit konstant tiefer Nase und gleichmässigen Zug auf den Riemen. (Ich konnte auf bis hierher ca. 250m keinerlei Pirschzeichen oder gar Schweiss erkennen)!

Nach diesen Metern, kamen wir in einen Brombeerbestand, für mich die erste Hürde, EGON aber liess sich von den Stacheln nicht abhalten und suchte sicher fort.

In dieser Kultur fand ich auch das erste mal einen Schweissfleck, dies lies man Herz höher schlagen und ich lobte EGON stark.

Natürlich wurde dieser Fleck gleich verbrochen und mit einem Taschentuch gekennzeichnet.

Ich nutze dies für eine kurze Pause und gab EGON einen Schluck Wasser.

Dann zurück auf die Fährte und weiter ging es.

Ca. 15m weiter verwies EGON mir wunderbar das Wundbett, (Bodenverwundung und Schnitthaar ersichtlich). Ich lobte wieder stark und wir suchten weiter.

Wenige Meter später kamen wir auf einen unbefestigten Forstweg.

EGON zog gleichmässig über diesen Weg und weiter in einen Jungwald.

In diesem war ich mir nicht mehr sicher, ob er wirklich auf der Krankfährte war.

Ich prüfte dies mit einem kurzen halten des Riemens, EGON zeigte sein typischer Verhalten, wenn er nicht auf der Krankfährte ist.

(Heben der Kopfes uns anschliessend wilde korrektursuche)- Er hat mich angelogen und ich habe es zu spät bemerkt. Da ist EGON Profi, wer sein verhalten nicht genau kennt, kann mit ihm keine Schweissfährten ausarbeiten.

Ich gab ihm mit bestimmender Stimme erneut bekannt, dass dies nicht das Ziel ist und setzte ihn auf den zuvor markierten Punk wieder auf die Fährte. (Falschsuche ca. 50m)

Er hatte mühe die Fährte zu finden (trockener Fichtennadelboden) kam aber wider auf diese und zeihte es mir mit konstanten Zug im Riemen.

Es ging wieder durch dickes Gestrüpp, er muss die Fährte im Wind aufgenommen haben, ich sah nämlich keine Trittspuren oder Bodenverwundung durch das Fährtentreten.

Aus dem Gestrüpp heraus hatten wir ca. 350-400m der Fährte ausgearbeitet und kamen wieder auf Rehlager.

EGON arbeite aber kontinuierlich weiter, ich folgte blind meinem Hündchen.

Wir kamen nach ein par Metern auf einen stark verwachsenden Rückeweg, die Vegitation war vor Regen ein wenig geschützt und ich sah zum zweiten mal Schweiss, die lies ich den Richter lauthals hören, verbrach die Stelle und Lobe EGON stark. Das Gefühl war wunderbar!!

Weiter Suchvoran und EGON ging weiter.

Nach ca. 50m dann wieder frische Rehfährten mit noch warmer Losung.

EGON kam von der Fährte ab, ich sah dies jedoch zu spät.

Wir überquerten wieder eine Forststrasse und weiter in den Wald.

Ich konnte nicht erkennen, EGON zeigte mir aber ehrlich gesagt, dass er auf der warmen Fährte war.

Mein Fehler, da ich keine weiteren Anhaltspunkte hatte, lies ich ihn weitersuchen.

Wer dummer tut bekommt die Quittung! Richterabruf-Herr Marte sie sind nun ca. 150m von der Fährte abgekommen. (Ich kochte vor Wut, weil ich es wusste)

Zurück auf die zweite verbrochene Stelle zurück.

EGON korrigierte sich und er zog sauber weiter.

Wir kamen in einem anderen Ecken wieder auf den Forstweg und überquerten ihn erneut.

Dan in einen frischen Holzschlag mit jeder Menge losen Ästen und Stämmen und in den Fahrspeuren der Maschinen, frische Rehfährten. (als ich diese sah, lagen meine Nerven kurz Flach)!!!

Ich sprach zu EGON, Hündchen bitte, bitte mach jetzt keinen Scheiss!

Prüfte ihn nochmals am Riemen und er ging wie auf Schienen weiter.

Der Führer musste seinem Hündchen vertrauen.

EGON zog von der Fahrspur in den Fichtenbestand und unter einem modrigen Tannenast verbellte er wie der Teufel.

Wir hatten haben das Stück gefunden! Ich habe mich noch niemals so über eine stinkende, halb verweste Rehdecke so gefreut!!!!

Und wir machen ordentlich Party!!!!!!!!!

Resume vom Richter:

Toller wunderschöner Rüde!

Eine tolle Leistung vom Hund, besonders im Gestrüpp und Brennnessel ohne Unterbruch auf der Fährte. (Dornen und Brennnessel-Frühprägung 😉)

Saubere Arbeit mit viel Passion zur Arbeit.

(gutes Gespann, beide kennen sich)

Lob an den Hundeführer, Der Hund sei sehr schwierig zu lesen.

Sehr ruhiges arbeiten und erkennen der Pirschzeichen.

Eckdaten:

Leichter Wind, in der Nacht zuvor viel Regen am Prüfungsmorgen dann trocken.

Distanz den ich ein wenig über den 500m.

1 Wundbett und zwei Ecken, diese waren für mich aber nicht als diese zu erkennen.

Da ich aber nicht viel Schweiss erkennen konnte kann ich dies nicht genau beurteilen." Kevin, danke für diesen Bericht.

Man kann deutlich herauslesen, dass auch 500m sehr lang und anspruchsvoll sind und eine solche Prüfung weiß Gott nicht verschenkt wird! Du machst das ganz super mit EGON. Ganz kräftiges Waidmannsheil :-)



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  online seit: 2012
  aktualisiert am: 27.09.2020